Zweiter Weltkrieg: Als die Städter aufs Land zogen | Unsere Geschichte | NDR Doku

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    Norddeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Über die Hälfte aller Wohnungen in den Städten ist zerstört, Hamburg, Hannover, Kiel, Bremen und Rostock sind Ruinenlandschaften. Doch mitten in den Trümmern muss das Leben weitergehen. Wie haben die Menschen es geschafft, zu überleben?

    Der Hamburger NDR Filmemacher Manfred Uhlig hat Zeitzeugen gefunden, die in dieser dramatischen Zeit besondere Geschichten erlebt haben. Das Besondere: Die meisten von ihnen wohnen noch immer in der Notbehausung, in der sie vor den Kriegsbomben ihre erste Zuflucht gefunden hatten.

    Paula Krupp, geboren 1921, war 22 Jahre alt, als im Juli 1943 über Hamburg die "Operation Gomorrha" losbrach. Mehrere Tage und Nächte lang bombardierten amerikanische und britische Bomberverbände die Stadt. Die Bilanz war fürchterlich, über 30.000 Tote, mehr als 100.000 Verletzte, Hunderttausende Menschen mussten aus der Stadt fliehen. Die junge Frau fand eine Zuflucht in einem Gartenhaus vor der Stadt. Dort lebt die mittlerweile hochbetagte Dame noch heute. Ihre wertvollste Erinnerung: 458 Feldpostbriefe, die sie von ihrem Verlobten erhielt. Er war in Russland Soldat. Als die Bomben fielen, hatte sie nur einen Gedanken: "Hoffentlich sehe ich meinen Verlobten wieder." Doch es kommt anders. Im Januar 1944 kommt der letzte Brief, den sie an ihren Verlobten geschrieben hat, ungeöffnet zurück. Er trägt einen Stempel auf dem Umschlag: "Empfänger gefallen für Großdeutschland".

    Gerhard Probst lebt zusammen mit seiner Frau Inge in einem ehemaligen "Ley-Haus" in einem Hamburger Kleingartengebiet. Ley-Häuser, das sind die nach dem Nazi-Funktionär Robert Ley benannten Holzhäuser, die in aller Eile von den ausgebombten Menschen zusammengezimmert wurden, mit Fertigteilen, die das Regime bereitgestellt hatte. Gerhard Probst musste sich die 24 Quadratmeter große Hütte mit zehn weiteren Personen teilen. Ein Erlebnis, das ihn bis heute prägt.

    Karin Schultz lebte mit ihrer Familie vier Jahre lang in einer sogenannten Nissenhütte: Die nach einem kanadischen Ingenieur benannten Wellblechhäuser prägten das Bild vieler norddeutscher Städte in der Nachkriegszeit. "Es war so kalt, dass uns unsere Mutter auf dem Ofen angewärmte Ziegelsteine ins Bett legte", erzählt Karin Schultz. In der Schule wurde sie gemobbt. Wer in der Nissenhütte wohnte, galt als asozial - obwohl die Menschen, die dort lebten, nichts dafür konnten, dass sie ausgebombt waren.

    Willi Grützke baute zusammen mit seiner Mutter und einem Onkel in einem Bremer Kleingartengebiet ein Behelfsheim aus Steinen, die der Junge in den Trümmerwüsten fand. Seinen Garten hat er zusammen mit seiner Frau Ursel über die Jahre zu einem kleinen Paradies gestaltet. Für ihn und für viele andere Norddeutsche wurde das Behelfsheim im Schrebergarten zum neuen Zuhause.

    Mehr dazu: www.ndr.de/fernsehen/sendunge...

Betty Barclay
Betty Barclay

Diese Dokumentation hat mich zu tiefst berührt. Wir, die nach dem Krieg geboren wurden, können uns nicht mal ansatzweise vorstellen, was diese Menschen durchmachen mussten. Ich bin mit diesen Geschichten vom Krieg gross geworden und meine Mutter erzählte uns davon, wie sie den Bombenangriff auf Dresden erleben musste. Wir können froh sein, dass wir das nicht mit erleben mussten.

Barbara Raab
Barbara Raab

Ich bin zutiefst gerührt und sehr beeindruckt von dem Leben und Schaffen dieser lieben Menschen. Eine wunderschöne Dokumentation. Vielen Dank.

Vor 14 Tage
WarLeaks Compact
WarLeaks Compact

Die Paula ist echt eine wunderbare Person. Ich habe selten so einen sympathischen Menschen gesehen.

Nupsi Psst
Nupsi Psst

Liebe Frau Paula Krupp, Ihre Geschichte hat mich sehr berührt, schade das Ihr Horst-Günther nicht erleben durfte was für eine taffe und starke Frau Sie sind. Fühlen Sie sich ganz feste gedrückt von mir. :-) Liebe Grüße aus NRW

summersun3745
summersun3745

Das erinnert mich daran, wie sinnlos ich es fand, dass das wunderbare Kaisenhaus meiner Großeltern zwangsweise abgerissen wurde, obwohl ich dort gerne eingezogen wäre. Das ist von der Behörde damals abgelehnt worden. Und so wurde ein liebevoll gepflegtes Haus und ein ebenso liebevoll angelegter Garten dem Erdboden gleich gemacht… Nur noch die Erinnerungen sind geblieben…

Aki Arashi
Aki Arashi

Es bricht mir das Herz wenn Paula ganz ruhig vom Tod ihres Verlobten spricht und man in ihren Augen nach fast achtzig Jahren immer noch diese geballte Trauer und Hilflosigkeit sieht. 💔

Vor year
Smoke420
Smoke420

Die meisten Menschen sind heute wegen Kleinigkeiten wütend oder traurig und sagen es geht ihnen schlecht. Wenn man sich ansieht was diese Menschen durchmachen mussten, leben wir hier heutzutage in Deutschland echt fast wie im Paradies. Wir sollten der Generation dankbar sein, dass sie alles wieder aufgebaut hat.

Vor year
Me Mo
Me Mo

Vielen lieben Dank für das eindrucksvolle Video. Diese Not und diese Erfahrungen habe und hatte ich immer im Hinterkopf. Wir wurden mit dem Wissen und Gedanken erzogen. Mit dem Wissen für Wertschätzung und dass man aus fast Allem Etwas machen kann. Dieses Wissen und Einstellung ging und geht immer mehr verloren auch weil die Zeitzeugen weniger werden. Wertschätzung gibt es heute zu wenig. Zu viel wird weg geworfen, was noch brauchbar wäre. Wir tun gut daran, sich auf die Zeiten von damals zu besinnen. Denn solche Zeiten können wieder kommen. Schade finde ich, dass nun leer stehende Häuser verfallen und nicht weiter bewohnt werden, oder werden können. Aber es ist immer noch besser, diese der Natur zu überlassen, als Spekulanten. Das gilt es zu jedem Preis zu verhindern! Wenn einmal Etwas damit gemacht werden sollte, dann nur Etwas zum Wohle der Allgemeinenheit.

IchBrauchEineDenkkappe
IchBrauchEineDenkkappe

Es macht mich unfassbar traurig. Meine Eltern sind Kriegskinder. Je älter ich selber werde, desto mehr verstehe ich.

Vor year
Tony Augsburg
Tony Augsburg

Zeitzeugen, diese Geschichten müssen geschützt werden für die nächste Generationen. Respekt an die Nachkriegshelden, danke das Ihr Deutschland aufgebaut habt’s.👍

Vor year
Katharina Glaser
Katharina Glaser

Von all den Geschichten hat mich die von Paula am meisten berührt. So eine tapfere Frau, die immer noch mit ihrem gefallenen Verlobten spricht und Zeit ihres Lebens alleine blieb. Seine Post und Fotos hat sie all die Jahre noch aufbewahrt, wie ihren aller größten Schatz! Und ihre Modelleisenbahn. Man hätte es ihr eigentlich gewünscht, dass sie sich noch mal neu verliebt und glücklich wird. Doch wahrscheinlich konnte sie das nicht, weil ihr Herz immer noch an den gefallenen Horst-Günther gehangen hat, bis zum heutigen Tag. Ist eigentlich traurig und schön zu gleich. Ich bin mir sicher, dass er auf sie wartet, wenn ihre Seele auf die andere Seite wechselt und dann sind sie wieder zusammen.

Vor year
Plagu3
Plagu3

Man kann sich nicht vorstellen, wie es sein muss 76+ Jahre immer noch so emotional erfasst zu werden wie diese Zeitzeugen. Diese Erfahrungen sind so unschätzbar wertvoll für die Nachwelt. So etwas darf niemals vergessen werden. So etwas muss immer wieder in die Erinnerung aller Menschen gerufen werden, in der Hoffnung das sich so etwas wie der WW2 niemals wieder wiederholen kann!

Vor year
IZaubermausI
IZaubermausI

Solche Bilder, solche Schicksale berühren mich immer zutiefst.

Vor year
MJK
MJK

Nur sympathische Leute ❤️

Steven Gutsche
Steven Gutsche

Sollte als Pflichtprogramm an Schulen gezeigt werden,

Vor year
Gamer3172
Gamer3172

Einfach unglaublich.

Vor year
Back4Fungame
Back4Fungame

alter schwede, ich hab geweint wie ein schloßhund

Vor year
Der Albtraum
Der Albtraum

Uns erzählte jemand aus Stuttgart wie er als Junge mit dem Fahrrad aus der zerstörten Stadt geflohen war, Richtung Bodensee. Und wie er das erste mal geheult hatte, als er ankam und das andere Ufer sah, mit den nicht abgedunkelten Lichter, weil im der Friede so plötzlich und unerwartet vorgekommen war.

Vor year
Vampirella
Vampirella

Diese Menschen (überall in Deutschland) haben die Hölle auf Erden erlebt und sie haben meinen tiefsten Respekt dafür, dass sie nie aufgegeben haben. Wer weiß wo wir heute wären, wenn sie nicht in diesen Trümmern für die Zukunft gekämpft und gearbeitet hätten.

Vor year
Erika Sauder
Erika Sauder

Vielen lieben Dank. Es war rührend und gleichzeitig sehr interessant. Habe selbst solche Zeiten miterlebt, geb.1940 Köln.

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