Wie der Bergbau den Harz veränderte | Unsere Geschichte | NDR Doku

  • Am Vor year

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    Die Dokumentation der Sendereihe Unsere Geschichte schlägt eine Verbindung von der Entstehung des Bergbaus zu den heutigen Problemen des Harzer Waldes. In dem Film geht es unter Tage, er "gräbt aus", was alte Bergleute früher erlebt haben, und zeigt, wie engagiert die heute noch lebenden Bergleute Geschichte und Traditionen frisch halten.

    Männer mit Motorsägen ziehen durch die Wälder im Harz, fällen Baum für Baum. Der Grund: Der Wald ist sterbenskrank. Der Borkenkäfer hat Tausende Fichten getötet. Fast drei Viertel aller Bäume sind schon befallen. Die Fichten wurden für den Bergbau gepflanzt. Für den Bau von Stollen brauchte man Unmengen an Holz. Das war schon von 1.000 Jahren so. Damals begann die Hochzeit des Harzer Bergbaus. Immer wieder wurde abgeholzt und aufgeforstet. Heute besteht der Harz zu 80 Prozent aus Fichtenwäldern. Sie sind besonders anfällig für den Klimawandel und seine Folgen. Die sterbenden Fichten sind die heute sichtbarste Spur, die der Bergbau im Harz hinterlassen hat.

    Vor genau 500 Jahren erlebte der Harz einen "Goldrausch": Mit der sogenannten Bergfreiheit erlaubte St. Andreasberg im Jahr 1521 jedem das Recht, nach Schätzen zu suchen. Gold gab es hier zwar nicht, aber Silbererze. Jahrhundertealt sind die Stollen rund um St. Andreasberg.

    Die Grube Roter Bär gehört heute dem St. Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde. Die Mitglieder wollen einen verschütteten Gang freilegen. Sie wissen nicht, was sich dahinter befindet. Sie wissen nur: Es sind 200 Jahre vergangen, seit der letzte Bergmann hier war. Die ehrenamtlichen Kumpel reisen jedes Wochenende aus ganz Deutschland an, um "im Dreck zu wühlen", wie sie sagen.

    Fast alle haben an der Uni Clausthal studiert: Bis heute ist sie eines der renommiertesten Bergbau-Institute in ganz Deutschland, gegründet für den Harzer Bergbau. Hier sind auch Erfindungen entstanden. Die Fahrkunst, eine Art Fahrstuhl, revolutionierte den Abstieg in den Schächten. Ohne den Bergbau im Harz gäbe es heute auch keine Drahtseile, entwickelt wurden sie im Harz.

    Das wichtigste Fest der Bergleute wird bis heute jedes Jahr gefeiert. In vielen Orten findet im Februar das Bergdankfest statt. Extra für diesen Tag holen die Kumpel ihren Kittel, die traditionelle Bergmannsuniform, aus dem Schrank. Sie ist ihr ganzer Stolz.

    Vor fast 30 Jahren endete im Harz eine lange Bergbaugeschichte. 1992 wurde die Grube in Bad Grund dichtgemacht. Volker Sturm war einer der Letzten unter Tage. Fast sein ganzes Leben hat er hier geschuftet. Der 80-jährige Bergmann arbeitete sich vom Knappen zum Steiger hoch. Viele seiner Kumpel überlebten die gefährliche Arbeit im Berg nicht. Beinahe hätte es auch Volker Sturm erwischt. Doch der Zusammenhalt "im Berg" war immer groß. Noch heute treffen sich die alten Steiger zum Stammtisch.

    Der Bergbau hat Leben und Arbeit im Harz mehr als 1.000 Jahre bestimmt. Viele Spuren sind heute noch sichtbar. Ein Erbe sind die Fichtenwälder. Försterin Victoria Witt hat allein in ihrem Harzrevier in einem Jahr 40.000 Bäume fällen lassen, alle vom Borkenkäfer aufgefressen: "Ich verwalte hier eine Katastrophe", sagt die 30-Jährige. Künftig soll im Harz ein Mischwald entstehen. Freiwillige Helfende pflanzen deshalb junge Bäume, diesmal vielfältige Laubbäume.

    Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.

    Mehr dazu: www.ndr.de/fernsehen/sendunge...

Pupsgrotte
Pupsgrotte

Respekt das der Mann mit 80 Jahren, nach 50 Jahren Arbeit im Berg, noch aufrecht laufen kann. Wahnsinn.

Vor year
Sozial Kanal
Sozial Kanal

wenn ich mal im Harz bin freue ich mich immer über Bergbaumuseen. Klasse, dass es Menschen gibt, die mit Engagement die Geschichte erhalten

Vor year
Bastian M.
Bastian M.

Finde klasse, dass neue Bäume gepflanzt werden! Ohne geht es nicht!

Vor year
Patrick Lohmann
Patrick Lohmann

Ich zolle jedem Bergmann meinen Respekt, ein Glück auf aus Ibbenbüren.

Vor year
Luna S.
Luna S.

Eine wirklich tolle Doku! Vielen Dank an den NDR und "Glück auf!" an alle Bergleute! :-)

Vor year
37 Grad
37 Grad

Historische Aufarbeitung aus dem Harz! Sehr interessant! 👍

Vor year
Diana Reckzeh
Diana Reckzeh

Schöner Beitrag. Mein Opa war auch Bergbauarbeiter und hat oft davon erzählt. Er war aber im Erzgebirge unter Tage. Alle sagten bis zum Schluß immer unser Schachtmeister. Ich habe heute noch einen Zinnbergmann mit Lore für ihn stehen. Selbst beerdigt wurde er mit dem Steigerlied und ich muss sofort an seine Geschichten denken wenn ich es höre. Auch der Stollen, in dem er war, ist heute noch Museum. Danke

Vor year
Rodan Acsor
Rodan Acsor

Schön, diese alte Bergbaukultur noch am Leben zu erhalten.

Vor year
Avus Ligatus
Avus Ligatus

Schönes Video, auch weil ich mein Arbeitsleben 1959 als Bergmann im ältesten Staatsbergwerk begonnen habe. Es dauerte 8 Jahre, körperlich harte Arbeit. Alles im Video kommt mir sehr bekannt vor. Bruno Majcherek war damals unser Aufseher/Steiger. Danke für die Erinnerung an eine längst vergangene Zeit.

Georg Zug
Georg Zug

Absolut sehenswert und interessant gemacht, Daumen hoch und Glück auf allerseits.

Vor year
immocentrum
immocentrum

Eine sehr schön Doku über den Bergbau - Spuren findet man ja überall.

Marius Küttenbaum
Marius Küttenbaum

Lieber NDR, vielen Dank für die tollen, interessanten Reportagen. Da könnte sich der Spätzle-Sender mal eine Scheibe abschneiden.

Vor year
Lille boy
Lille boy

Ein Video über meine Heimat und dann noch Bergbau! Ich freue mich.

Vor year
klempnerrudolf666
klempnerrudolf666

Zu den ndr dokus kann man echt entspannt einschlafen. Besser als Podcasts

Vor year
David P.
David P.

Richtig interessant, auch wenn man da selber und niemand aus der Familie mit zu tun hatte. Ich wohne auch nicht in einer Bergbaugegend. In Goslar, im Rammelsberg-Museum war ich als Kind aber schon mal. Kürzlich auch in einem ehemaligen Bergwerk in Thüringen. Dann fehlt nur noch ein Museum im Ruhrgebiet. Nicht jeder ehemalige Stollen kann Museum werden, solche besonderen Orte wie hier gezeigt aber schon. Wahnsinn was da an arbeit geleistet wurde und vor über 100 Jahren noch ohne Maschinen.

Vor year
Joerg Langenstroeer
Joerg Langenstroeer

Ob im Ruhrpott oder woanders. Bergleute sind eine große Familie. Leider gibt es das in Deutschland nicht mehr. Wenn im Ausland nichts mehr gibt wird das wieder aufleben. Dann wird es wieder aufleben. Glück auf an alle Bergleute.

Newel77
Newel77

Schade das sowas langsam ausstirbt.

Vor year
Thore Asendorf
Thore Asendorf

Schade, was für eine Kultur dort verloren gegangen ist...Glück Auf

Vor year
Jan H
Jan H

Sehr schöne Dokumentation, GLÜCKAUF!

Vor year
Taunus Holger
Taunus Holger

Großartige Doku!

Vor year

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