Wem gehört die Küste? | Doku | NDR | 45 Min

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    Immer mehr Menschen begeistern sich für Urlaub an Nord- und Ostsee. Wie viel Tourismus braucht - wie viel verträgt ein Ort?

    Sommer, Sonne, Strand und Meer, das alles findet sich direkt vor der eigenen Haustür. Immer mehr Menschen begeistern sich für die deutsche Küste, die Zahl der Urlaubsreisenden an Nord- und Ostsee steigt seit Jahren. Nach dem Einbruch während Corona zeichnet sich in diesem Sommer wieder eine sehr gute Buchungslage in den Badeorten ab. Die Tourismusbranche und die lokale Wirtschaft profitieren. Doch zunehmend ist das Wort Overtourism zu hören, Übertourismus.

    Verdrängung von Einheimischen an Nord- und Ostsee

    Für viele Küstenbewohnerinnen und -bewohner, aber auch für manche Urlauberinnen und Urlauber ist das Maß voll. Sie befürchten eine "Versyltung" ihrer Heimat. "Wenn ich an Stränden bin, die noch vor ein paar Jahren nicht so bekannt waren, sind die gerappelt voll. Dann fahre ich in meine Wohnung. Und ja, bin dann leider da", sagt eine junge Frau aus der Schleiregion, die ohne Balkon oder Garten wohnt. Eine Immobilienmaklerin im Ort berichtet dem NDR: "Es wird gar nicht mehr verhandelt, die Nachfrage ist so groß."

    Immer höhere Immobilienpreise, Verdrängung durch steigende Urlauberzahlen, aber auch Streit um Strandgebühren oder neue Hotelbauten, die NDR Dokumentation zeigt, wie an vielen Stellen um den richtigen Umgang mit dem Tourismus gerungen wird.

    Noch ein Hotel: Bau an der Promenade von Kühlungsborn spaltet den Ort

    Kühlungsborn, das traditionsreiche Ostseebad an der Mecklenburger Bucht hat beispielsweise mehr als doppelt so viele Gästebetten wie Einwohner*innen und beherbergt jedes Jahr etwa 450.000 Urlauber*innen. Nun soll ein weiteres 120-Betten-Haus direkt an der Promenade entstehen. Zwei Immobilienunternehmer haben zugesagt, die angrenzende denkmalgeschützte Villa Baltic zu sanieren, das Hotelprojekt soll zur Querfinanzierung dienen. Die Pläne spalten den Ort. Die NDR Reporterinnen Lea Eichhorn und Isabel Lerch fragen Lokalpolitikerinnen und -politiker und treffen die beiden Investoren. Wie viel Tourismus braucht, wie viel verträgt ein Ort?

    Tourismus und Ökosystem in Einklang zu bringen: Wie geht das?

    Auch in der Natur hinterlassen Urlauber*innen ihre Spuren. Im Naturschutzgebiet Schleimündung in Schleswig-Holstein versuchen die Verantwortlichen, Besucherströme und intaktes Ökosystem in Einklang zu bringen. So sind Vogelschützer im Einsatz, um die Menschen für den Lebensraum der Tiere zu sensibilisieren, was offensichtlich nötig ist. Wie viel Tourismus verträgt die Natur? Eine Dokumentation mit eindrucksvollen Filmaufnahmen über den spannungsgeladenen Boom an den deutschen Küsten.

    Aktuelle Beiträge zum Thema Tourismus gibt's hier: www.ndr.de/nachrichten/info/T...

    Foto: jock + scott | Photocase

Lisa
Lisa

Ich bin auf Rügen groß geworden, habe in Rostock studiert und habe keinen größeren Wunsch, als dass wir auf meiner Heimatinsel in der Nähe unserer Familien ein Häuschen kaufen. Aber die Insel ist so unglaublich überlaufen, seit ein paar Jahren ist es besonders schlimm, und die Immobilien gehören meist Menschen, die nicht auf der Insel wohnen, sondern vermieten… Einheimische haben kaum eine Chance. Nicht mal mit sehr gutem Einkommen.

MeTTax82
MeTTax82

Wichtig, dass es Leute wie Janto Just gibt. Wenn die Politik/Gemeinden freie Hand hätten, käme man bestimmt auch auf die Idee, für Wälder, Berge, Seen Eintrittspreise zu verlangen.

Eva Cornelia
Eva Cornelia

In den 80ern war ich mit meinen Eltern mal an der deutschen Nordseeküste für einen Tag, und wir waren alle fassungslos daß es nicht möglich ist, einen Fuß in den Sand zu setzen ohne Eintritt zu bezahlen. Seither waren wir nie wieder dort. In den Niederlanden kostet nur die Miete von Strandhütte und/oder Windschirm, Liegestuhl, ansonsten ist der Strand für jeden frei zugänglich und jeder kann die Holzplanken-Wege benutzen und auch die Duschen. Die kriegen das hin.

dl7un
dl7un

In einen kleinen Land wie Dänemark gibt es von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine Kurtaxe, keine Parkgebühren. Jeder hat feien Zugang zum Strand. Wir haben in Deutschland ein riesiges Steueraufkommen, es wird leider falsch verteilt. Das muss geändert werden. Die Gebührentreiberei ist ungerecht und unsozial.

anri1970
anri1970

Ich kann die Sorgen in Kühlungsborn absolut nachvollziehen. Nach 6-jährigen Pause haben wir in diesem Jahr unseren Sommerurlaub dort verbracht und den Eindruck gewonnen, dass es für den Ort zu viele Besucher gewesen sind. Die Infrastruktur vor Ort ist einfach an Ihre Grenzen gekommen. Es wäre zu schade für Kühlungsborn, wenn durch noch mehr Unterbringungsmöglichkeiten und Gäste das Flair des Ortes zu Nichte gemacht wird.

Anni Reuber
Anni Reuber

Ich kann das verstehen. Ich lebe auch in einer Stadt mit vielen Touristen. Dieses Jahr haben wir auch die Ostsee besucht, doch jetzt nach dem Beitrag tut es mir leid für die Menschen die dort wohnen. Wir kommen nicht wieder zur Ostsee.

tom h.
tom h.

Ich habe an der Nordsee in Nordholz/Cuxhaven gewohnt,

B Jes
B Jes

Für viele Touristen gilt auch nicht, dass Hunde von April - Oktober nicht mit an die Badestrände dürfen sondern nur an Hundestränden zugelassen sind - Schilder werden eiskalt ignoriert! Während unser Hund an einigen Tagen zu Hause bleiben muss, toben die Hunde-Urlauber (meist auch ohne Leine) über den Strand 😐

April 1977
April 1977

Ich bin gebürtig aus Kühlungsborn. Meine Eltern leben in der Nähe von Rerik. Es ist so unglaublich voll geworden. Einheimische müssen Kurtaxe zahlen, wenn sie am Strand spazieren wollen. Am Supermarkt steht man stundenlang in der Schlange vor dem Supermarkt.... Hoffe die Lage entspannt sich. Jetzt wollen sie auch noch die Halbinsel Wustrow mit Hotels, Ferienwohnung und Eigentumswohnungen, mit einer Kapazität für 2000 Personen bebauen. Das kann sich kein Einheimischer leisten und es wird voll. In Rerik wohnen übrigens nur 2000 Menschen! Uff.

S. E.
S. E.

Ich war kürzlich in Cuxhaven, für einen ganz normalen Spaziergang auf befestigten Wegen solletn wir mehr als 3 Euro pP zahlen. Wir hatten keine Badesachen oä dabei, wollten nur ein bisschen laufen, nicht an den Strand - für Strand und schwimmen sehe ich es ein, für einen Spaziergang von 1-2 Stunden aber nicht. Fazit: Cuxhaven sieht uns nie wieder. Das Geld, das wir an de Tag für essen und trinken ausgegeben haben (70-80 Euro) geht dann eben an andere Orte.

Marina Brennecke
Marina Brennecke

Ich wohne in einem Badeort auf der Insel Usedom. Derzeit zieht es mich nicht an den Strand. Ich freue mich schon, wenn es Herbst wird. Dann gibt es wieder Platz und Ruhe am Strand.

Petra Elkes
Petra Elkes

Wir würden sehr gerne mit unserem Urlaub machen in Deutschland bleiben und an die Küste hoch fahren, aber die Unterkünfte sind um einiges teurer als in den Nachbarländern und dazu kommt die Kurtaxe und/oder Gebühren für Strand. Das sind wir nicht bereit zu zahlen.

g g
g g

Ich hab damals beim ersten Küstenbesuch meinen augen kaum getraut als ich den Kassenautomaten auf dem öffentlichen Wanderparkplatz, der mitten im nirgendwo war, gesehen habe. In der nähe einer bedeutenden Attraktion ist das noch zu verstehen aber gefühlt war der Parkgebührenwahn sobald man auch nur in die nähe der Küste kam schlimmer als in so mancher großstadt

Loeweable
Loeweable

In Frankreich ist es ganz einfach, da darf eine Wohnung in einem Ort nur als Ferienwohnung vermietet und genutzt werden wenn die Person mindestens eine weitere Wohnung im Ort fest vermietet. Dann halten sich die Touristen und die Einheimischen automatisch in der Waage weil auf jede Ferienwohnung eine Mietwohnung kommt. Das ganze sollte man noch auf die Fläche beziehen, nicht dass ein Ferienhaus für ein Einzimmerapartement vermietet werden darf.

Meer Salz
Meer Salz

Den selben Frust erleben und äußern die Anwohner der Italienischen Riviera - Küste, die monatelang überrannt werden und keine Möglichkeit haben "ihr Zuhause - ihren Strand - ihre Altstadt" ungestört zu bewohnen und zu genießen.

Martin S
Martin S

@NDR Doku: Wenn im Norden die Nutzung der Landschaft Geld kostet, was spricht dann dagegen, im Süden das Gleiche für die Berge zu verlangen? Bergtour = 5€, weil die Wege usw. auch gepflegt, bzw. erhalten werden müssen. Das wäre doch mal ein Projekt mit dem BR wert.

Jan
Jan

Ich wohne 10km entfernt von Küborn und liebe diese Stadt.Bin mindestens einmal in der Woche dort und wurde noch nie zur Kasse gebeten.

Luni Blacky
Luni Blacky

Moin

Stefan Caspers
Stefan Caspers

Danke an den Strandrebellen Janto Just für sein Engagement.

Joachim Seefisch
Joachim Seefisch

Wenn man nur abgezockt werden soll und als Tourist nicht gerade gern gesehen ist, werde ich wohl nächstes Jahr an die Polnische Ostseeküste fahren.

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